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International Perspectives on Inclusion and Exclusion

Globale Perspektiven und projektorientiertes Lernen im Masterstudium Soziale Arbeit

Das englischsprachige Masterseminar „International Perspectives on Inclusion and Exclusion“ an der Fakultät Sozial- und Gesundheitswissenschaften verbindet sozialwissenschaftliche Theorien mit internationalen Fallbeispielen sowie digitalen Gastvorträgen aus unterschiedlichen Weltregionen. Die Studierenden setzen sich mit globalen Herausforderungen von Inklusion und Exklusion auseinander und entwickeln eigene praxisorientierte Forschungsprojekte.

Ziel des Kurses ist es, Studierenden eine vertiefte Auseinandersetzung mit globalen Dynamiken von Inklusion und Exklusion zu ermöglichen und diese systematisch mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen zu verknüpfen.

Internationale Gastvorträge von Dozierenden aus den Niederlanden, der Türkei, Aserbaidschan und dem Irak.

Ein zentrales Element des Seminars waren internationale Gastvorträge, die online durchgeführt wurden. Wissenschaftler:innen und Expert:innen aus unterschiedlichen Ländern und institutionellen Kontexten brachten ihre Perspektiven ein und diskutierten gemeinsam mit den Studierenden aktuelle globale Herausforderungen von Inklusion und Exklusion.

Dr. Javid Jafarov (Academica University of Applied Sciences, Amsterdam; zuvor Universität Baku, Aserbaidschan) stellte in seinem Gastvortrag partizipative und Community-basierte Ansätze zur Förderung inklusiver und demokratischer Bildungsräume vor. Dabei präsentierte er erste Ergebnisse einer internationalen Studie, die mithilfe des Ansatzes der Community-Led Research and Action (CLRA) untersucht, wie insbesondere marginalisierte junge Menschen aktiv in inklusive Bildungs- und Beteiligungsprozesse eingebunden werden können. Der Beitrag verdeutlichte, dass nachhaltige Inklusion nicht allein über formale Zugänge, sondern vor allem über echte Partizipation, Anerkennung und gemeinschaftliche Wissensproduktion realisiert werden kann.

Digitale Kompetenzen für gesellschaftliche Teilhabe

Ein weiterer internationaler Gastvortrag widmete sich dem Thema „Digital Inequalities and Disadvantaged Groups“. Prof. Dr. Çiğdem Bozdağ (Research Centre for Media and Journalism Studies, University of Groningen; zuvor Kadir Has University, Istanbul) beleuchtete die Bedeutung digitaler Kompetenzen für gesellschaftliche Teilhabe. Im Fokus der Diskussion standen digitale Ungleichheiten, mediale Exklusionsmechanismen sowie die Rolle von Bildungseinrichtungen bei der Förderung kritischer digitaler Kompetenzen. Der Beitrag machte deutlich, dass Inklusion in zunehmend digitalisierten Gesellschaften ohne gleichberechtigten Zugang zu digitalen Ressourcen, Kompetenzen und Partizipationsmöglichkeiten nicht realisierbar ist.

Inklusive Bildung in Kriegs- und Krisenzeiten

Asst. Prof. Khorsheed M. Rasheed (University of Zakho, Kurdistan Region/Iraq) gab Einblicke in die Entwicklung inklusiver Bildungssysteme unter Bedingungen von Krieg, Krise und politischer Instabilität. Er war an einem internationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekt beteiligt, das in Kooperation mit den Universitäten Vechta und Oldenburg sowie fünf weiteren irakischen und kurdischen Universitäten durchgeführt wurde. Ziel des Projekts war es, Inclusive Education systematisch an irakischen und kurdischen Hochschulen zu implementieren. Im Mittelpunkt standen dabei die Analyse und Weiterentwicklung institutioneller Strukturen, um inklusive Bildungsansätze nachhaltig im Hochschulbereich zu verankern. Der Vortrag machte sowohl die erheblichen Herausforderungen als auch die vorhandenen Handlungsspielräume inklusiver Hochschulbildung in konflikthaften und postkonfliktären Kontexten deutlich.

Strukturell vergleichbare Formen sozialer Ungleichheit

In einem weiteren Gastvortrag beschäftigte sich Peshraw Mohammed mit ethnisch-religiös begründeten Exklusionsdynamiken im Nahen Osten. Mohammed ist ein in Berlin ansässiger Autor mit Fokus auf nationale Anerkennungskämpfe sowie auf die politischen Rahmenbedingungen marginalisierter Gruppen in der Region. Sein Beitrag zeigte auf, wie ethnische und religiöse Identitäten in regionalen Machtkonstellationen instrumentalisiert werden und dadurch systematische politische und soziale Exklusionsprozesse reproduziert werden.

In ihrer Gesamtheit ermöglichten diese Beiträge den Studierenden eine vertiefte Auseinandersetzung mit regional unterschiedlichen, zugleich aber strukturell vergleichbaren Formen sozialer Ungleichheit.

Der Autor Peshraw Mohammed beschäftigte sich in seinem Gastvortrag mit ethnisch-religiös begründeten Exklusionsdynamiken im Nahen Osten