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Internationaler Tag der Hebamme: Einblick in die Hebammenversorgung in Myanmar

Am Internationalen Tag der Hebamme besuchte Su Myat Oh, Vertreterin der Artemed-Stiftung aus Myanmar, den Studiengang Hebammenkunde. Sie ist Initiatorin eines Mutter-Kind-Zentrums in Bogale im Irrawaddy-Delta Myanmar und berichtete eindrücklich über die dortige Versorgungssituation von Frauen und Familien.

Herzlich eingeladen wurde Su Myat Oh von Frau Groß, Professorin in der Hebammenkunde, die seit vielen Jahren in der Entwicklungshilfezusammenarbeit tätig ist und das Projekt in Myanmar seit zehn Jahren als Medical Advisor begleitet.

Angesichts der aktuellen politischen Lage stehen viele Frauen in Myanmar, insbesondere Schwangere, vor großen Herausforderungen im Alltag. Im Irrawaddy-Delta werden alle Wege über das Wasser zurückgelegt. Gleichzeitig sind die Kosten für Transporte, insbesondere für Kraftstoff, erheblich gestiegen. Für Frauen aus entlegenen Dörfern ist es deshalb oft kaum möglich, Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft wahrzunehmen. Beginnt die Geburt, ist der Weg in eine medizinische Einrichtung für viele Familien häufig finanziell nicht zu bewältigen.

Das MCC Mother-Child-Care-Center in Bogale bietet umfassende medizinische Versorgung in hoher Qualität während Schwangerschaft, Geburt und postpartaler Phase. Su Myat Oh schilderte die Arbeit im MCC sowie auf dem Ambulanzboot der Irrawaddy River Doctor lebhaft, authentisch und mit großer Eindrücklichkeit. Ihre Berichte über den burmesischen Alltag von Hebammen und Pflege fesselten die Studierenden und vermittelten ihnen Einblicke in ein völlig anderes Versorgungssystem.

Für die OTH-Studierenden der Hebammenkunde war es eine neue und zugleich beeindruckende Erfahrung, ein Hebammenversorgungsmodell kennenzulernen, das unter völlig anderen gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Bedingungen entstanden ist – in einem Land ohne Krankenversicherung und mit einem stark vernachlässigten Gesundheitssystem.