Ausgangspunkt sind aktuelle Forschungsergebnisse, die zeigen, dass Fachkräfte der Sozialen Arbeit und der Jugendhilfe zunehmend mit religiös begründeten Konflikten, Polarisierungen und extremistischen Einstellungen konfrontiert werden. Gleichzeitig fühlen sich viele Fachkräfte durch ihre Ausbildung nur unzureichend auf diese Herausforderungen vorbereitet.
Das Seminarkonzept verfolgt daher das Ziel, Kompetenzen zur Radikalisierungsprävention bereits in der Hochschulausbildung zu vermitteln. Studierende sollen lernen, Radikalisierungsprozesse zu erkennen, einzuordnen und professionell darauf zu reagieren. Gleichzeitig werden demokratische Werte, Menschenrechte und gesellschaftliche Teilhabe als zentrale Handlungsprinzipien der Sozialen Arbeit gestärkt.
Das modular aufgebaute Konzept verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit praxisnahen Lehr- und Lernformen. Neben Grundlagen zu islamistischer Radikalisierung und Prävention stehen Fallanalysen, Reflexionsübungen sowie die Entwicklung konkreter Handlungsmöglichkeiten für die Praxis im Mittelpunkt. Seit dem Wintersemester 2025/26 wird das Seminarkonzept erfolgreich in der Lehre der Sozialen Arbeit an der OTH Regensburg eingesetzt. Darüber hinaus findet es Anwendung an der Universität Vechta und wird dort in die Ausbildung angehender Fachkräfte integriert.
Entwickelt wurde das Seminarkonzept von Alexandra Schramm, Yannick von Lautz, Prof. Dr. Mehmet Kart, Prof. Dr. Margit Stein und Prof. Dr. Dr. Veronika Zimmer auf Grundlage mehrerer Forschungsprojekte des Forschungsverbunds Deradikalisierung.
Das Konzept wurde in der GEW-Hochschuldepesche veröffentlicht und steht als Open-Access-Publikation allen Lehrenden, Studierenden sowie Fachkräften kostenfrei zur Verfügung. Es kann unter diesem Link abgerufen werden.